Strafanzeige – Wir bleiben!

Offensichtlich wurde soeben Strafanzeige gegen die Besetzung der Gebäude an der Königsbrücker Straße gestellt. Gründe für die jetzige Anzeige sind laut Argenta-Aussage die Nichteinhaltung rechtlicher Vorschriften bezüglich des Lärms, der vom dahinterliegenden Industriegelände ausgeht, Unsicherheit bezüglich der Bausubstanz, sowie mögliche Asbestbelastung. Daraus leiten sie eine „Gefahr für Leib und Leben“ ab.
Die Argenta Group benennt mit ihrer Unternehmensphilosophie auf der Homepage die „[…] Revitalisierung brachliegender Grundstücksflächen und infrastruktureller Enklaven zu anspruchsvollen, nutzerorientierten Lebensräumen“ als den „Kern des Engagements“.
Wir von Wir besetzen Dresden danken zwar recht herzlich für das Interesse an unserem körperlichen Wohl, jedoch ist offensichtlich, dass Kapitalinteressen eine größere Rolle spielen. Für eine nutzerorientierte „Revitalisierung“ braucht es Nutzer*innen, die revitalisieren und auf diesen Versuch wurde leider nicht eingegangen. Wir haben versucht, die Argenta Group mehrfach zu kontaktieren, ihnen unsere Nutzungskonzepte vorzustellen. Darüber hinaus haben wir einen offenen Raum geschaffen, um allen Menschen zu ermöglichen, sich an der Nutzung dieses Geländes zu beteiligen und für die Menschen hier im Viertel einen Begegnungsort zu schaffen.

 

Das Gelände wird aktuell von vielen Menschen mitgestaltet
 

Dass der Industrielärm hinter dem Gebäude bisher kein Problem war, zeigen Nachbar*innen, die ebenso angrenzend wohnen, sowie die Anwesenheit von vielen Menschen in den letzten Tagen, die sich solidarisch gezeigt haben und ein ähnliches Interesse an der Aneignung von Wohnraum hatten, die als Spekulationsobjekt dienen.
Offensichtlich besteht auch kein baldiges Interesse an der Nutzung der leerstehenden Objekte, was ein Unwissen der Argenta KG bezüglich der Asbestbelastung zeigt. Ebenso kann „[…] nicht sichergestellt werden, dass von den einsturzgefährdeten Häusern keine Gefahr für Leib und Leben ausgeht.“ Dies sind allerdings nur Vermutungen, welche wir so schnell wie möglich prüfen möchten. Schließlich soll es einer unserer ersten Schritt sein, die Bausubstanz auf Mängel zu überprüfen um weiterhin Sicherheit für alle Beteiligten zu gewährleisten.
Uns geht es nicht um einen Schaden an der Argenta Group und genau so wenig um die Beeinträchtigung des Betriebes in der Dental-Kosmetik. Wir leisten Widerstand gegen ein kapitalistisches Wirtschaftssystem, in dem Profitinteressen über dem Bedürfnis nach Freiräumen stehen und Anwohner*innen nicht selbst entscheiden können, wie sie ihr Viertel gestalten. Wir wollen nicht, dass die Möglichkeit auf solidarische Begegnungszentren lukrativen Glaskästen mit Start-Up-Büros und „bewegter Mittagspause“ weichen muss und die Folgen dessen v.a. sowieso schon marginalisierte Gruppen tragen müssen, die an den Stadtrand verdrängt werden.
Wir sind nach wie vor interessiert an Verhandlungen mit der Argenta Group. Unser vorläufiges Nutzungskonzept liegt vor. Wir haben bereits in den letzten Tagen einen Gemeinschaftsgarten mit Outdoor-Livingroom geschaffen, der rege angenommen wurde. Wie die Argenta Group jetzt ankündigt, plant die Firma in den nächsten Monaten mit der Stadt Dresden Kontakt in dieser Angelegenheit. Dass von der Kontaktaufnahme bis zur Nutzung der Wohnungen Jahre vergehen können, und die auf diese Gespräche folgende Nutzung keine Soziale, im Sinne der das Viertel bewohnenden Menschen folgt, zeigen viele Fälle der letzten Jahre. Wir fordern jetzt eine auf die Bedürfnisse der Nutzenden abgestimmte Nutzung! Häuser denen, die darin wohnen! Wir bleiben! Putzi bleibt!

 

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