Pressemitteilung zur Räumung

UPDATE: Die letzten zwei Personen wurden am morgen des 23.01.20 aus dem Gewahrsam entlassen.

Am Morgen des 22.01.2020 wurde das seit dem 17.01.2020 besetzte Gelände der Königsbrücker Straße 12-16 geräumt.
 
Um 8 Uhr  des gestrigen Tages begann die Räumung des Stadtteilzentrums „Putzi“.  Mehrere Menschen hielten sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Gelände und in den Häusern auf. Eine Person entschied sich, einen der Bäume auf dem Gelände zu besetzen. Über 200 Beamt*innen waren an der Räumung beteiligt. Über 150 Menschen kamen zur Unterstützung des „Putzi“ und um Widerstand gegen die Räumung zu leisten. Die Polizei ging von Beginn an rabiat gegen die Demonstrierenden vor, schubste und schlug Menschen vor Ort. Da sich Personen auf dem Häuserdächern befanden und zum Teil druch die Eigentümer*innen das Erdgeschoss zugemaurt worden ist, forderte die Polizei die Feuerwehr zur Unterstützung an. Diese verweigerte jedoch die Hilfe, mit der Begründung, dass keine „Gefahr für Leib und Leben“ besteht. 
 
Trotz mehrmaliger Versuche, reagierte die Argenta Unternehmensgruppe (Eigentümerin des Geländes) nicht auf die Kontaktversuche der Besetzenden. Diese erfuhren aus der Presse, dass Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung gestellt wurde. 
Lann Schmidt, Sprecher*in der Gruppe „Wir besetzen Dresden“ dazu: “ Die Aussagen der Feuerwehr widerlegt erneut die Behauptung der Argenta Unternehmensgruppe, die Häuser wären einsturzgefährdert. Wir bedanken uns, dass sich die Feuerwehrmenschen sich nicht von der Polizei für diese fragwürdige Räumung vor den Karren hat spannen lassen“ 
Gegen 14:00 traf das Sondereinsatzkommando (SEK) am „Putzi“ Gelände ein, um die Räumung durchzuführen.  Während der gesamten Zeit fanden sich Menschen auf der Königsbrücker- und der Katharienstraße ein, um gegen die Räumung zu demonstrieren. Dieser Protest wurde von der Polizei teilweise gewaltsam unterbunden. 
 
Lann Schmidt hierzu: „Die Polizei kündigte gestern an ’nicht mit Kanonen auf Spatzen‘ schießen zu wollen, also deeskalierend agieren zu wollen. Nun haben sie SEK benutzt, um eine friedliche Besetzung zu räumen, mehrere Menschen verletzt und die Arbeit der Presse und von Anwält*inne massiv behindert. Konfrontativer hätte man diese Situation kaum lösen können.“ 
 
Wir besetzen Dresden kritisiert das unverhältnismäßige Vorgehen der Polizei an diesem Tag scharf. 
Gegen 16.30 Uhr war das Gelände komplett geräumt. Die Häuser und das Gelände wurden von einer Baufirma wieder verschlossen. Sechs Personen wurden daraufhin in die Gefangenensammelstelle gebracht. Zwei von ihnen befinden sich weiterhin dort. 
 
Lann Schmidt kommentier dies folgendermaßen: „Wir finden es bezeichnent, mit welchen Repressionen Menschen überzogen werden, die nichts anderes tun, als leerstehenden Raum zu nutzen. Das Bedürfniss der Menschen nach Wohnraum und Freiraum sowie das Engagement solchen zu schaffen spielt offenbar keine Rolle, wenn es gilt, die kapitalistische Eigentumsordnung zu schützen.“ 
 
Die Gruppe „Wir besetzen Dresden“ erklärt, dass man nicht aufhören werde, den Leerstand in der Stadt zu problematisieren und für ein Recht auf Stadt für alle Menschen zu streiten.
 
Lann Schmidt abschließend: „Putzi ist mehr als ein Gelände mit drei Häusern. Putzi ist viele Ideen und viele Menschen mit Träumen, die daran mitgearbeitet haben diese wahr werden zu lassen. Ideen und Träume kann man nicht räumen.“
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